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Die mentale Belastung: Ein Haushalt, zwei unterschiedliche Perspektiven

24. Sept.
2 Min. Lesezeit

Diese Woche bin ich in der mentalen Belastung, die ich trage, fast untergegangen. Das Ironische daran ist, dass ich nicht nur die Methoden kenne, um damit umzugehen, sondern sogar darüber geschrieben habe. Ich gebe zu, ich fühle mich ein bisschen heuchlerisch. Aber sollte ich das überhaupt?


Ich war eher neugierig als niedergeschlagen. Diese Neugier führte mich zu einigen interessanten Forschungsergebnissen.


Ich stiess auf eine systematische Literaturübersicht von Reich-Stiebert, Froehlich und Voltmer (2023), veröffentlicht in der Fachzeitschrift «Sex Roles», in der 31 begutachtete Studien zu dem, was Forscher als «mentale Arbeit» bezeichnen, untersucht wurden — die kognitive Dimension der unbezahlten Haus- und Kinderbetreuungsarbeit. Nicht das Tun, sondern das Denken, Planen, Organisieren, Voraussehen und Überwachen, das damit einhergeht und grösstenteils unsichtbar bleibt.


Ihre wichtigsten Erkenntnisse:


Frauen übernehmen den grösseren Teil der mentalen Arbeit, insbesondere im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung und Erziehungsentscheidungen, und erleben dadurch mehr negative Folgen, darunter Stress, eine geringere Lebens- und Beziehungszufriedenheit sowie negative Auswirkungen auf ihre Karriere.


Mentale Arbeit umfasst fünf Kernelemente: Kognition, Organisation, Gemeinschaftsorientierung, Vorausschau und Unsichtbarkeit. Gerade das letzte Element ist besonders aufschlussreich. Es bleibt oft unbemerkt — nicht nur von anderen, sondern manchmal auch von der Person, die diese Arbeit leistet.


Und was vielleicht am auffälligsten ist: Männer gaben oft an, die mentale Arbeit gleichmässig mit ihren Partnerinnen zu teilen. Frauen berichteten, dass sie diese Arbeit allein erledigten. Ein und derselbe Haushalt, zwei völlig unterschiedliche Wahrnehmungen.


Als ich die letzte Erkenntnis las, kam mir sofort eine Beobachtung in den Sinn, wie wir das bei uns zu Hause handhaben.



Jede Woche erstelle ich einen Essensplan. Ich weiss, dass es noch kleine Änderungen geben wird, aber zumindest ist genug Essen im Haus. Jeden Morgen überlege ich mir, ob etwas vorbereitet oder aus dem Tiefkühler geholt werden muss. Wenn Vorbereitungen nötig sind, versuche ich, diese im Laufe des Tages unterzubringen, damit das Nachtessen rechtzeitig fertig ist, um meinen Sohn zu einer vernünftigen Uhrzeit ins Bett zu bringen.


Mein Mann, wenn er für das Nachtessen zuständig ist, macht sich erst etwa eine Stunde vorher Gedanken darüber. Dann schaut er, was er schnell zusammenstellen kann. Und wenn nichts da ist? Dann ist Pizza-Abend. 😊


Wenn er wirklich erst eine Stunde vorher über das Nachtessen nachdenkt, spürt er die mentale Belastung, die damit verbunden ist, überhaupt nicht. Diese Wahrnehmungslücke hat nichts mit böser Absicht zu tun. Wenn man nicht selbst die Last trägt, kann es wirklich schwer sein, sie zu erkennen.


Mein Fazit: Ich bin innerlich ruhiger, da ich weiss, dass Studien belegen, dass ich nicht die Einzige bin, die manchmal das Gefühl hat, dass der Berg an Aufgaben überhandnimmt. Und es hat mich daran erinnert, dass Wissen und Leben zwei ganz verschiedene Dinge sind.


Also kehre ich zu dem zurück, was ich weiss, und übe weiter, denn wie wir wissen: Übung macht den Meister. 😊

 
 

 

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